Künstlicher Motorenlärm für zu leise Autos
6. Oktober 2009
Heute habe ich es endlich mal wieder geschafft, etwas analog zu lesen. Um mich infotechnisch auf den neuesten Stand zu bringen, greife ich gerne ab und an auf Deutschlands Nachrichtenmagazin Nummer eins zurück. Dort fand ich vorhin einen Beitrag, der sich um künstlichen Motorenlärm drehte.
Elektroautos müssen lärmen
Künstlicher Motorenlärm? Ja genau. Die Argumentation läuft ungefähr so: da Elektroautos zu leise sind, werden sie mittlerweile von arglosen Passanten einfach überhört, was fatale Folgen zeitigen kann. Deswegen gibt es dann zum Beispiel Tuning Betriebe wie brabus.com, wo man sich künstliche Motorengeräusche für ein paar Tausend Euro besorgen kann. Ich will das jetzt nicht kommentieren.
Sollen die Leute weiterhin ihr Geld in Autos stecken – wenn´s nach mir ginge, würde ich Stadtzentren komplett still legen. Zumindest in großen Städten wie Berlin, Hamburg oder München, das Millionendorf. Wie schön es doch wäre, die Ludwigstraße an der Uni vorbei einfach verwildern zu lassen und einfach vom Marienplatz bis zum Siegestor zu schlendern – neben sich die Prachtbauten, die keinen anstrengenden Autolärm widerhallen lassen.
Pseudo-Motorengeräusche in Weißwurstvillage
Ich hab es eh nie verstehen können, wie man sich freiwillig so den Stress machen kann und täglich mit dem Auto nach Weißwurstvillage fährt, am besten noch von außerhalb aus Hintertupfing. Es gibt ja keine öffentlichen Verkehrsmittel oder so. Ich freue mich schon auf den ersten Tesla mit Pseudo-Motorengeräuschen, der an mir vorbeirauscht und bei einer Handvoll Rentnern einen Herzkapser verursacht.
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Interessant könnte der juristische Ansatz sein, dass ein verunglückter Fußgänger (oder dessen Hinterbliebene?) die Hersteller verklagen, weil doch fehlende Geräusche einen Mangel darstellen. Mit Motorengeräusch wäre das nicht passiert! Auch aus Verbraucherschutzsicht sicherlich vielversprechend.
Mein Favourite allerdings wäre die nach außen montierte Stereoanlage. Statt Spoiler Bassverstärker und dann mit leichter Muse à la Slayer, Hatebreed oder Disturbed durch die Straßen geigen.
Spaß beiseite. Als Anwohner der Arnulfstraße geht einem die Blechlawine morgens und abends auf den Senkel. Ich finde auch, dass die Gewichte in den künftigen Verkehrskonzepten stark zu Lasten der Autos verschoben werden sollten, um die Entwicklung autofreier Innenstädte voranzubringen. Allerdings: Dieses Umweltpapperl ist ein echter Witz.
mfg
Stefan
Hi Stefan,
vielen Dank für die ausführliche Stellungnahme. Du sprichst mir aus der Seele;)
Also künstliche Motorengeräusche für ein paar tausend Euro braucht man wirklich nicht kommentieren…da ist drüber nachdenken schon sinnlos
Ganz verwildern lassen würde ich die City aber nicht…dann brauchen wir (bzw. ihr) bald Macheten um von der Uni weg zu kommen ^^
Hi John,
einen hab ich noch: Die Autohersteller haben in den letzten 20 Jahren die Fahrtgeräusche von Motorenseite so stark drosseln können, dass das eigentlich störende eher die Reifengeräusche sind. Wenn man sich mal an eine Straße stellt, so hört man eher ein lautes Rauschen als ein Brummen. D. h. wenn das Auto nicht schneller als der Schall ist
Das außergewöhnliche Tuning ist ja wirklich eine tolle Entscheidung! Mann muss das aber unbedingt machen, es muss eine Lösung des Problems sein!
Hi Tristan,
das muss ich jetzt aber nicht verstehen, oder?!