Mein Online-Gedächtnis vergisst nichts mehr!

Jeder kennt sie: diese Listen – mögen sie nun liebevoll per Handschrift verfasst sein oder irgendwo als unscheinbare .txt Datei auf dem Desktop rumliegen -, in denen man verzweifelt versucht, wichtige Dinge festzuhalten. Bei mir sind das wahlweise sogenannte „To-Do“-Listen, auf denen ich mir anstehende Aufgaben notiere, um sie nicht zu vergessen, nur um sie nach der fleißigen Niederschrift im Anschluss auf Nimmerwiedersehen aus meinem Gedächtnis zu streichen.

Oder auch ein riesiger Haufen interessanter Links, die auf andere Blogs und gute Webseiten führen, auf denen ich wertvolle Tipps finde, und bei denen ich mir hin und wieder etwas abschauen kann. Da ich momentan recht viel im Inernet unterwegs bin, wäre es schade um die ganzen schönen Informationen, wenn sie zwar aufnotiert würden, aber dann einmal archiviert im Hinterstüblein verschwinden.

Glücklicherweise landet man auf stundenlangen Streifzügen durch die Blogosphäre bisweilen dann auch auf Blogs, die einen zum Beispiel auf sogenannte Problogger verweisen. Was das wieder genau ist, und was diese so genau treiben, wäre eventuell mal einen weiteren Blogeintrag wert. Ich bin jedenfalls dem Link auf doshdosh gefolgt und auf einen grandiosen Artikel von Maki gestoßen.

Das hört sich jetzt vielleicht alles ein wenig spanisch japanisch an und hat in erster Linie gar nicht unbedingt etwas mit Sushi und so zu tun, sondern mit Online Marketing und Blogs Optimieren und was damit so alles zusammenhängt (wie etwa Seo, Sem, Smo und die ganzen G´schichten für die einschlägig Vorbelasteten). Da ich mich ja auch immer mehr mit dem Thema beschäftige, bin ich gleich neugierig geworden.

Surf-Gewohnheiten im Netz ändern

Maki, der nicht etwa aus California, sondern aus Toronto stämmig ist,  schrieb also neulich, will meinen im November – er schreibt zwar nicht oft, aber wenn er tut, dann hat das Ganze Hand und Fuß  – darüber, wie man seine Ziele erreicht (sofern man sich denn welche gesteckt hat), indem man seine Surf-Gewohnheiten im Web ändert, was man auf englisch dann hier nachlesen könnte.

Das hat nun insofern mit meinem Blogtitel zu tun, als dass ich durch ihn auf www.evernote.com aufmerksam wurde. Das wiederum ist eine kostenlose Software, mit der man eingangs beschriebene Informationssammlung geschickt ordnen kann, nämlich durch Tags, wodurch die ganzen Gedankenschnipsel sinnvoll kategorisiert werden können. Jetzt wird manch einer müde mit den Augenbrauen zucken, doch ich finde dieses Tool aus mehreren Gründen hilfreich, wie zum Beispiel:

  • die Notes werden nicht irgendwo auf dem eigenen Computer abgespeichert, sondern im Internet, wodurch man auch immer darauf Zugriff hat, egal wo man online geht – ob zu Hause am eigenen Rechner, in der Uni oder irgendwo in einer Spielhölle in Ouagadougou. [Ob es da wohl Spielhöllen o.ä. geben mag? Im Zweifelsfall einfach mal den Steinbrück fragen:]
  • Durch diese Tag-Funktion hat man eine Meta-Ebene, die dem Gedanken des Internet nah kommt und gerade die Stärke dessen ausnützt: nämlich alles Mögliche quer zu verlinken, was bei einer einfachen txt. Datei jetzt nicht so einfach wäre
  • Evernote ist für meine Belange auch besser als zum Beispiel die gängigen Social Bookmarking Plattformen wie Mr Wong oder Digg, weil man nicht gleich ein Bookmark mit ausführlicher Beschreibung anlegen und abspeichern muss, sondern mit ein paar Klicks alles drin hat
  • Die privat abgespeicherten Notizen können aber auch mit anderen geteilt werden, wenn zum Beispiel ein gemeinsames Projekt starten will und die Gruppe vielleicht aus mehr als zwei Teilnehmern besteht, was auch einfache eMail Kommunikation erschwert.

Ich habe das jedenfalls seit ein paar Tagen ausgiebig getestet und kann es (bisher) jedem nur weiterempfehlen. Doch Maki ging es in seinem Artikel nicht in erster Linie darum, eine weitere Form der Online-Archivierung aufzuzeigen, um Geschriebenes getrost wieder zu vergessen; er plädiert dafür, dass man seine Surf-Gewohnheiten dahingehend anpasst, dass man sie generell mit seinen Zielen abstimmt.

Mit anderen Worten: jeder, der nicht einfach nur zum Zeitvertreib ein wenig im Netz rumdaddeln will, sondern vielleicht das ein oder andere schöne Projekt hochzieht, um damit evtl. mal ein wenig Geld im Internet zu verdienen, der sollte dieses Online-Gedächtnis dementsprechend einsetzen.

Zum einen, um sich  immer wieder daran zu erinnern, was man mit seiner Surf-Session eigentlich vorhat, und zum anderen, dass eben tolle Kniffe und Tricks fest gehalten werden, um sie selber irgendwann einmal zu verwerten.

Informationen ordnen und verbinden

Dabei kann man seine Online Notizen wiederum nach einer ausgefeilten Methode hierarchisieren und immer wieder neue Prioritäten setzen. Mir ist  beim Testen aufgefallen, dass ich erst einmal zu viele Kategorien angelegt habe, nur um sie dann wieder zu löschen bzw. zu vereinfachen und damit wieder mit anderen zu verbinden – und genau darauf kommt es ja an:

Dass man das Nützliche mit dem Notwendigen in Einklang bringt; das neugierige und etwas ziellose Herumsurfen kann dann fruchtbarer werden, wenn ich interessantes Gesehenes auch irgendwie selber in meinen Projekten umsetze – was etwa vom kreativen Video bis zu einem gut geplanten Gewinnspiel gehen kann. Wie sieht es bei Euch aus – habt Ihr auch ein Online Gedächtnis oder haltet Ihr nichts von dem Kram?



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10 Responses to Mein Online-Gedächtnis vergisst nichts mehr!

  1. Bedeutung-WichtigkeitNo Gravatar 1. März 2010 at 13:38 #

    Notizen im Netz abzulegen ist für viele Anwendungsgebiete sichlich nützlich, wenn ich aber privates oder sehr wichtiges aufzuschreiben habe, mache ich das dann doch lieber auf einem altmodischen Blatt Papier 😉

  2. gentle.rockerNo Gravatar 1. März 2010 at 13:59 #

    Hi Bedeutung-Wichtigkeit,

    ich habe da jetzt auch nicht unbedingt an die intimsten Geheimnisse gedacht, die ich online – obzwar privat – verwalten möchte. Und Du wirst es nicht glauben, aber ich führe tatsächlich auch noch ganz old school so etwas wie ein Tagebuch, das ich mit Handgeschriebenem fülle. Aber beim alltäglichen Surfen bieten sich halt auch Online Notizen durchaus an

  3. waeltiNo Gravatar 1. März 2010 at 17:13 #

    Klingt nicht uninteressant. Vermutlich bleibe ich aber mal bei Delicious. Da geht auch einiges von den erwähnten Punkten. So mit Privat markieren etc.
    Delicious und ReadItLater sind meine wichtigsten Werkzeuge.

    By the way – Ihr könnt wirklich noch VON HAND SCHREIBEN??? 😉

  4. JostyNo Gravatar 1. März 2010 at 17:18 #

    uaaa das ist mir zu aufwendig ^^ Coole Links kommen in „Merke“ Ordner als Lesezeichen in Firefox – und wenn mir langweilig ist arbeite ich die ab.
    Blogs bei denen ich meist täglich vorbeischaue (Spreeblick, Stylespion, Uaaar, und natürlich du) die kommen in den Weblogs ordner.

    So hat alles Hand und Fuß und meine Notizen kommen ins Moleskine aus! =)

  5. gentle.rockerNo Gravatar 1. März 2010 at 22:39 #

    @waelti: tja, man mag es kaum für möglich halten;)

    @Josty: ich fühle mich geehrt – mit Spreeblick und Co. in einem Atemzug^^. Spaß beiseite: ich hatte auch mal zweidimensionale Listen; doch wenn die irgendwann einen Umfang von ca. 1000 Zeilen haben, dann wird es unübersichtlich. Ein Moleskine habe ich auch noch – zur Deko;)

  6. NilaNo Gravatar 2. März 2010 at 07:48 #

    Oh Gottchen. Ich bin da eher der totale Chaostyp. Blogs und Seiten, die ich gerne lese kommen in meinen Reader-Ordner.
    Die anderen Sachen habe ich mir in einen „Übrig“ Ordner abgespeichert. Den ich aber immer wieder „leider“ vernachlässige.
    Ich sollte echt an meinem Chaos arbeiten..grmpf

  7. darkiNo Gravatar 2. März 2010 at 08:44 #

    Ich kann mich waelti nur anschliessen. Wenn es nicht unbedingt notwendig wäre, würde ich gar nichts mehr per Hand schreiben. Was vielleicht auch meine Handschrift unterstreicht 🙂

    Die Tools die du beschrieben hast, hören sich sehr nützlich an. Vor allem bei mir – ich bin nämlich ein sehr vergesslicher Mensch, was es mir vielleicht ermöglicht, mein Gedächtnis auf Vordermann zu bringen.

    MfG
    darki

  8. gentle.rockerNo Gravatar 2. März 2010 at 13:45 #

    @nila: genau diese Übrig-Ordner sind es, die dann eben verloren gehen; deswegen finde ich diese Verbindung auf der Metaebene so gut. So wird es wahrscheinlicher, dass man die gefundenen Edelsteine irgendwann auch wieder einmal findet
    @darki: wirklich notwendig ist es ja heutzutage nicht mehr, dass man per Hand schreibt – eventuell sollte man hier mal beim Lehrplan ansetzen und das Handschreiben einfach aus dem Unterricht streichen;)

  9. JostyNo Gravatar 2. März 2010 at 16:44 #

    Moleskine zur Deko – Schande Schande Schande!!!

    Da darf kein mm² unbeschriftet sein. Und ich schreib da etliche tausend Zeichen 😉

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  1. Bloggen aus dem Dschungel | Blog 'n' Roll - Leben, Internet, Tipps und Tricks - 6. März 2010

    […] vielleicht hier und da ein Internetcafé oder eine Spielhölle finden, wie es sie vielleicht auch in Ouagadougou gibt, um dann meine geistigen Ausgeburten an Kreativität ins Netz zu […]

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