Crowdfunding für Kreative

Crowdfunding – die Finanzierung durch den Schwarm – hat gerade in der Kreativbranche einen erheblichen Stellenwert erlangt. Bekannt geworden ist diese Form der Kapitalbeschaffung einer breiten Öffentlichkeit durch die Filmkomödie um Bernd Stromberg (gespielt von Christoph Maria Herbst), den Schadensleiter der Capitol Versicherung, aus dem Jahr 2014. „Stromberg – Der Film“ ist auch deshalb ein interessantes Beispiel, weil die Produktionsfirma Brainpool einerseits auf eine immaterielle Belohnung der Kapitalgeber setzte, dies aber mit einer wirtschaftlichen Komponente verband und den Investoren letztlich eine Rendite von fast 17 % präsentieren konnte.

Crowdfunding: Ein Künstler oder anderweitig Produzierender finanziert sein Projekt mit dem Geld seiner Unterstützer. Bild von Tumisu auf Pixabay

So funktioniert Crowdfunding

Crowdfunding ist ein Oberbegriff für reine Spendensammlungen (Crowddonation) und immaterielle Belohnungen (Crowdsupporting), aber auch renditeorientierte Finanzierungen durch Kredite (Crowdlending) und unternehmerische Beteiligungen (Crowdinvesting). Zum Schutz von Kleinanlegern besteht eine gesetzliche Grenze von 1.000 Euro für solche Beteiligungen. Höhere Summen sind nur bei Nachweis von entsprechendem Einkommen bzw. Vermögen zulässig, informiert der kostenlose Crowdfunding-Ratgeber von www.cloudkredit.com. Kreativkünstler, die nicht gewinnorientiert arbeiten oder zumindest den finanziellen Erfolg ihres Projekts nicht sicher abschätzen können, sollten vom Crowdlending Abstand nehmen. Die Rückzahlungsverpflichtung besteht hier nämlich unabhängig von eigenen Gewinnen oder Verlusten. Unter den anderen Möglichkeiten gibt es aber pfiffige Ideen, wie das Beispiel Stromberg zeigt: Die Spender wurden im Abspann namentlich genannt, und sobald der Film seine Kosten eingespielt hatte, schüttete Brainpool fünfzig Cent pro verkaufter Kinokarte an die Investoren aus – insgesamt mehr als eine Million Euro.

Geld, Aufmerksamkeit, Zeit: Crowdfunding hat viele vielversprechende Vorteile

Die Bandbreite von Crowdfunding-Projekten ist groß. Kreativität endet nicht bei Buchautoren, Musikern und Filmemachern. Läden mit verpackungsfreien Bio-Produkten sind ebenso im Trend wie alternative Cafés, Craft-Brauereien, Festivals und innovative Produkte, deren Marktchancen sich dem Kreditsachbearbeiter einer Bank nur schwer vermitteln lassen. Die Finanzierung aus der Crowd hat für Kreative einen doppelten Nutzen: Jeder Investor bringt nicht nur Geld, sondern ist auch ein Multiplikator. Ganz sicher wird er über seine Geldanlage sprechen, und das schafft Aufmerksamkeit. Mit gewissen zeitlichen Verzögerungen werden die Unterstützer kreativer Projekte rechnen. Termintreue ist deshalb nicht ganz so wichtig, wohl aber eine umfassende und stetige Kommunikation. Nehmen Sie sich die Zeit, einen wenig verräterischen Absatz aus Ihrem neuen Roman vorab zu posten. Zeigen Sie Fotos aus dem Tonstudio, aus dem Künstleratelier, aus der Werkstatt oder vom Set. Loben Sie für Großspender spannende Preise aus, die man nicht kaufen kann – eine Lesung, ein Wohnzimmerkonzert, die Taufe einer Hauptfigur.



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