Reich werden mit Bloggen

Ein beliebtes Thema, über welches in der Blogger-Welt auch immer schön ausgiebig geschrieben wird: Geld verdienen im Internet. Da schwingen beim  Leser dann bisweilen großartige Klischees mit à la „Ich sitze am Strand irgendwo auf Mallorca und habe eine 10 Stunden-Woche, verdiene aber 5 k plus“. Doch kann man mit Bloggen wirklich reich werden?

Das Thema ist sicher schon ausgelutscht bis zum Geht-nicht-mehr, aber ich finde es dann doch immer wieder interessant zu sehen, wie sich die Herangehensweisen der ambitionierten Blogger teilweise erheblich voneinander unterscheiden:

Da gibt es die einen, die wirklich nur rumspammen und den Blog mit trendigen Keywords zukleistern, dass die Lesbarkeit eines Textes schwer gegen Null geht – ich fasse die jetzt mal im weitesten Sinne unter News-Blogs zusammen, wobei ich hier nicht verallgemeinern will: es gibt wirklich gut gemachte, die einen Mehrwert bieten, sauber optimiert sind und nicht ausschließlich dem MFA („made for Adsense“) frönen.

Die nächsten fallen eventuell auch unter diese Kategorie, sind aber etwas spezieller: die guten alten Schnäppchen- und Gutscheine-Blogs. Die Tatsache, dass sich zu den erfolgreicheren deutschen Blogs (so ab 3000 unique visitors am Tag) reihenweise Schnäppchenjäger zählen können,  spiegelt wohl ansatzweise auch die berühmt-berüchtigte Geiz-ist-geil-Mentalität wider, von der ich ja nicht gerade ein großer Fan bin.

Alles billig, oder was?

Abesehen davon stelle ich mir das tägliche Fahnden nach der ultimativen Billigkeit recht fad vor und hätte Angst, dass das ewige „Je billiger, desto besser“ irgendwann einmal auf mich selber abfärben könnte. Aber die Taktik scheint überaus gut zu funktionieren, was die Daseinsberechtigung untermalt und schließlich muss man ja dem Volk geben, was es haben will.

Dabei will ich mich nicht von der Preisvergleicher-Horde ausnehmen: ich vergleiche auch ausgiebig im Internet und versuche mich zu informieren; aber wenn es dann um lächerliche Centbeträge geht, dann frage ich mich wirklich manchmal. Dass so ein Blog in Sachen „Reich werden mit Bloggen“ aber durchaus funktional ist, steht außer Frage: Ich nehme mal stark an dass die Konversionsrate solcher Blogs ganz ordentlich ist, ohne dabei genaue Zahlen zu kennen.

Generell bin ich sowieso ein absolutes Greenhorn, was das Thema Geld verdienen im Internet anbelangt, doch ich beobachte viel und lerne dazu. Dass es zum Beispiel lukrativere Möglichkeiten gibt als etwa Adsense leuchtet mir mittlerweile auch ein. Momentan würde ich mir zum Beispiel Affiliate Programme anschauen, die gut zu meinem Thema passen (ich denke da jetzt nicht an meinen Allerweltsblog hier) und dann testen.

Wie man es aber auch machen kann, zeigt ein Blick über den Teich bzw. auf die englisch-sprachige Blogger-Welt, wo es ein paar „Problogger“ gibt, die einem das „Reich werden durch Bloggen“ vorleben. Neulich bin ich zum Beispiel über einen Blog von Yaro Starak gestolpert, der knappe 90 000 Feed-Leser hat und wohl zu denen gehört, die es mit Bloggen „wirklich geschafft haben“. Was bei diesen sogenannten Pro-Bloggern wie Starak, John Chow und Tim Ferriss auffällt, ist die konsequente Vermarktung ihrer Blogs.

Als Blogger eigene Produkte verkaufen

Dabei ist zum Beispiel eines der wichtigsten Ziele, an die eMail der Besucher zu kommen oder sie zumindest zum RSS-Abo zu animieren. Das ist jetzt nicht unbedingt etwas Neues, aber wird vielleicht doch professioneller verfolgt als bei den großen deutschen Bloggern. Sie alle bieten entweder ein „Free-eBook“ an oder eines, das man auch käuflich erwerben kann. Sprich: sie verdienen nicht nur durch Werbung und Affiliate Programme, sondern auch durch eigene Produkte, was einen erheblichen Meilenstein in Sachen reich werden darstellt.

Dabei ist das bei manchen dieser A-Blogger auch wieder sehr nervig gestaltet, und man hat Probleme, die erste Pop-Up-Werbung zum eMail-Abo wegzuklicken; aber da gibt es auch wieder rühmliche Ausnahmen. Vielleicht spricht es auch einfach für die deutsche Blogger-Szene, dass sie noch nicht auf diese knallharte Vermarktung ihrer Blogs aus ist. Aber es kann auch einfach sein, dass die Amis und Aussies einfach ein kleines bisschen „ahead“ sind.

Ich betrachte das auf jeden Fall mit gemischten Gefühlen und bin mir noch nicht allzu sicher, was ich davon so halten soll. Jedenfalls bin ich schon fleißig dabei, ein eigenes eBook zu basteln, um es hier dann für Bares zu verchecken [Spaß]. Ich finde das Thema nach wie vor interessant und lese immer wieder gerne, wie sich andere Blogs entwickeln, zumal wenn sie kreativ gestaltet sind. Zum Glück haben sich nicht alle Blogger zum Ziel gesetzt, auf Biegen und Brechen reich zu werden, sondern sind auch ohne große finanzielle Hintergedanken mit viel Leidenschaft und Herzblut dabei.

Wie sieht es bei Euch aus – wollt Ihr mit Eurem Blog Geld verdienen und reich werden oder langweilt das Thema einfach nur?



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11 Responses to Reich werden mit Bloggen

  1. Prinz RupiNo Gravatar 3. März 2010 at 15:31 #

    Konsequent trenne ich mich von 2.0-„Freunden“, die erzählen, sie würden über Nacht Millionär mit ihren einzigartigen Blog-Rezepten. Die behandele ich genau so wie den Werbemüll, der mir durch den Briefschlitz geschoben wird: Ablage P.

    Bloggen ist für mich in erster Linie eine Bühne zur selbst bestimmten Eigenpromotion mit hohem Spaßfaktor. Geld verdiene ich dann mit meiner Leistung, die „hinter“ der virtuellen Werbewand steht.

  2. plerzelwuppNo Gravatar 3. März 2010 at 16:13 #

    Also ich bin ja auch absolutes Greenhorn, was das „Geld verdienen im Web“ anbelangt. Und ich glaube auch, dass sich da viele auch nur rechtfertigen oder einfach nur angeben.

    Klar kann ich ein paar cent mit Klicks verdienen; lass es mal für den durchschnittlichen Blog 10€ im Monat sein. Der Rest ist doch einfach nur Geschwafel.

    Also für mich kommt die prinzipielle Einbindung von Werbung nicht in die Tüte. Jedoch hab ich an ein paar wenigen Stellen auf Amazon-(Partner-Link)-Produkte aufmerksam gemacht. Aber auch nur weil’s passte. Die kannst du an einer Hand abzählen. Außerdem hab ich heute einen Zuschlag für meinen ersten „Trigami-Artikel“ erhalten. Dabei darf ich eine Fotoleinwand kostenfrei erstellen (testen), muss darüber schreiben und bekomme noch ein paar Euro dazu.

    Das war’s aber auch schon. Alles in allem ist es gerade mal kostendeckend (wenn überhaupt). Von reich werden kann da keine Rede sein, darum geht’s mir auch nicht beim bloggen.

    Ansonsten sind viele Blogs (auch befreundete) mit Werbung so zugestopft, dass es wirklich schwer fällt, diese zu lesen. Und die Blogs, bei denen es nur um’s Geld verdienen im Web geht, meide ich ohnehin. Es ist eine schwierige Gradwanderung. Diejenigen, die sich dann doch für Werbung entscheiden, sollten zumindest auf die Veröffentlichung ihrer Zahlen verzichten. Bei solchen Schwanzvergleichen stellen sich mir die Nackenhaare; glaub ich sowieso nicht.

  3. JostyNo Gravatar 3. März 2010 at 16:45 #

    Ich will mit dem bloggen meine Meinung kund tun. Außerdem hat es für mich auch Vorteile, ich lerne interessante Leute aus verschiedenen Szenen kennen. Zum Beispiel Musiker, weil ich viel über lokale Bands schreibe (ich bin jemand von der Sorte der zu faul und zu schlecht ist selbst musik zu machen – es aber trotzdem gerne würde =)

    Schlussendlich also alles andere außer Geld verdienen. Und nebenbei – reich geworden mit Bloggen ist in Deutschland noch niemand.

  4. PerditaNo Gravatar 3. März 2010 at 21:36 #

    Hallo John,

    reich werden kann Mensch nicht, aber vielleicht etwas zum Lebensunterhalt dazu verdienen. Die Übernacht-Goldene-Henne-Methode geht wirklich nicht.

    Als Vorbild im Netz dient mir der Blog von Peer Wandinger

    http://www.selbstaendig-im-netz.de/

    Dieser Blogger legt auch monatlich offen, was er verdient. Das macht es so sympathisch. Er gibt auch jedesmal gute Tipps.

    Natürlich soll der Spass am bloggen im Vordergrund stehen. Auf der anderen Seite, warum sollte man sein Hobby, das Schreiben, nicht auch zu Geld machen?

    Wer nur des Geldes wegen blogt – schreibt wird nicht lange am Ball bleiben, weil es dann in ein Muss ausartet. Die Liebe zum Schreiben, die Freude am mitteilen sollte schon im Vordergrund stehen. Aber gegen etwas affiliate ist doch nichts zu sagen – und wenn es nur die monatlichen Kosten für die HP und den Server reinbringt.

    Da ich auch Bücher besprechen werde, kommt irgendwann auch Ama.zon bei mir rein. Übrigens werde ich nur Sachen empfehlen hinter denen ich stehe und guten Gewissens empfehlen kann. Hat bei mir auch was mit Authentitiät zu tun. Ich habe was gegen Empfehlungen die nur aus Geldgier ausgesprochen wurden.

    Lieben Gruß

    Perdita

  5. fastbloggerNo Gravatar 3. März 2010 at 23:00 #

    Also, wenn man mit dem Bloggen einfach so reich werden könnte, dann wäre ich der Erste, der bei der Sache dabei ist. Leider ist es nicht so, doch kann man auch innovative Konzepte entwickeln und die Sache anstubsen. An der Sache bin ich gerade dabei, allerdings nicht auf dem fastblogger 🙂

    vg
    Maik

  6. gentle.rockerNo Gravatar 4. März 2010 at 00:06 #

    @all: Vielen Dank für Euer Feedback. Ich denke halt, dass es beim Thema Werbung auf die gesunde Mischung ankommt – so wie überall. Einen Blog auf Teufel komm raus vermarkten zu wollen, kann auch mal nach hinten losgehen und schreckt mich beispielsweise immer ab.

    Wenn die Leute eine Handvoll Besucher haben und die Website so vollgespickt ist mit bunten Bannern, dann ist da etwas im Missverhältnis. Aber erste Gehversuche in Sachen Werbung macht jeder irgendwann einmal und findet dann nach Experimenten die richtige Form heraus.

    Gegen ein bisschen Anerkennung / Aufwandsentschädigung finanzieller Art hat ja keiner von uns wirklich etwas. Für derart ambitioniertes Bloggen, um damit den Lebensunterhalt bestreiten zu können oder gar ein Vermögen anzuhäufen, fehlt mir allerdings die Energie und Lust – der Spaßfaktor würder auf Dauer sicher verloren gehen

  7. Ronny RogerNo Gravatar 5. März 2010 at 16:43 #

    Laaangweilig. Außerdem bin ich schon reich, von daher ;).

  8. gentle.rockerNo Gravatar 5. März 2010 at 19:15 #

    Hi Ronny,

    hab Dank dafür, dass Du trotz strotzender Langeweile bis zum Ende durchgehalten hast – ich werde mich bemühen, um auch Dir künftig interessantere Inhalte darbieten zu können. Beste Grüße!

  9. ChristianNo Gravatar 5. März 2010 at 23:26 #

    Die Herangehensweise an die Sache ist einfach falsch! Schon seit Menschengedenken entsteht im Wirtschaftsleben als erstes eine Idee, meist verbunden mit der Lösung für ein Problem. Dann macht man sich daran diese Sache bestmöglich umzusetzen, um für den „Kunden“ den höchsten Nutzen zu erzielen. Weil man natürlich nicht Mutter Teresa ist, will man für sich selbst auch einen Gewinn erzielen. Diesen versucht man mit der Zeit dann zu maximieren.

    Und dann, und wirklich erst dann, kann und darf man darüber nachdenken mit seiner „Geschäftsidee reich zu werden“!

    Heutzutage geht es zumeist jedoch erst darum Geld zu verdienen und dann versucht man verzweifelt eine passende Idee zu finden!

    Schaut euch die erfolgreichen Unternehmer an, bei denen stand an erster Stelle eine Idee und erst viel, viel später sind sie damit reich geworden!

  10. wo kann ichNo Gravatar 16. März 2010 at 19:18 #

    „Alles in allem ist es gerade mal kostendeckend (wenn überhaupt)“ – danke! *g*

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