Neulich fragte mich eine Freundin, die u.a. schon für große Fernsehsender gearbeitet hat, wie sie die Facebook-Seite optimieren kann bzw. mehr Fans für ihre Seite generiert; dabei wollte sie keine Standardantwort hören wie „einfach ein paar schöne Bilder posten“. Ich habe ihr ein paar Vorschläge gemacht und meine Tipps ein wenig überarbeitet:
1.) Schöne Bilder und Handlungsaufforderungen!
Es ist schon richtig, dass schöne Fotos ein wichtiger Schlüssel für mehr Fans und mehr Interaktion auf einer Facebook-Seite sind; doch sollte auch ein kurzer Beschreibungstext hinzugefügt werden und eine klare Handlungsaufforderung: „bitte dieses Foto teilen“ oder „wem gefällt dieses Bild?“ oder „weitere Infos gibt es auf dieser URL [hier Link einfügen]“ können maßgeblich dazu beitragen, dass der sogenannte virale Marketing-Effekt verstärkt wird.

Tierfotos funktionieren bei Facebook oftmals recht gut – hier zu sehen: Kater Nero und Kaninchen Kabang in unserem Garten letzten Sommer
Strategisch klug ist es übrigens, nicht zuerst das Bild zu posten und den ergänzenden Text dann als Kommentar o.ä. drunter zu schreiben, sondern erst den Text zu erstellen und dann das Bild hochzuladen und zu veröffentlichen; denn sonst wird der Text tendenziell weniger gelesen und damit auch den Handlungsaufforderungen kaum Aufmerksamkeit geschenkt.
2.) Den Facebook-Button auf der Website einbinden
Hört sich schlicht und einfach an – ist aber so. Ein Bekannter hatte mich als Mitarbeiter eines etablierten Verlags vor ein paar Wochen gefragt, wie er mehr Facebook-Fans erhält? Ein kurzer Blick auf die Website des Verlags lieferte die erste Antwort: einfach mal den Facebook-Button bzw. eine Facebook-Like-Box einbauen! Und zwar möglichst prominent, d.h. möglichst weit oben auf der rechten Seite, am besten site-wide, also auf allen Unterseiten der Website.
Er sagte mir dann: habe ich den Oberen vom Verlag vorgeschlagen, und diese hatten das dann auch als guten Tipp betrachtet; aber eingebaut haben sie trotzdem keinen Link zur Facebook-Seite, weil das ihrem traditionellen Firmendenken nicht entsprach und zudem datenschutzrechtliche Bedenken vorhanden waren. Tja, denen konnte ich dann auch nicht mehr weiterhelfen. Mein Bekannter arbeitet heute übrigens nicht mehr dort.
Um dem Website-Besucher gleich mehrere Möglichkeiten zu bieten, um auf die zugehörige Facebook-Page zu kommen, sollte nicht nur an einer Stelle ein Link (am besten mit dem Facebook-Logo, d.h. weißes „f“ auf dunkelblauem Hintergrund oder gleich die Like-Box) eingerichtet werden, sondern zum Beispiel auch unter den Artikel im Blog oder am Ende der Unterseiten von eher „statischen“ Websites.
In Blogs scheinen auch diverse Plug-Ins immer beliebter zu werden, die etwa auf der linken Seite vertikal oder über und/oder unter den Beiträgen horizontal zu finden sind und neben Facebook meist noch mehr Buttons zu Twitter, Pinterest und auch Google Plus anbieten. Dies fördert zusätzlich die Vernetzung, nicht nur bei Facebook, sondern auch auf anderen Social-Media-Plattformen. Welches Plug-In da am besten geeignet ist, kann ich noch nicht sagen, aber liefere ich dann ggf. nach bzw. vielleicht findet sich ja ein Kommentator, der was Gutes vorschlagen kann;)
3.) Relevante Influencer ausfindig machen und mit ihnen kooperieren
Für alle Themen gibt es wichtige Autoritäten und Leute, denen man Vertrauen schenkt und zuhört; genau diese sogenannten „Influencer“ (den Begriff habe ich so übrigens zum ersten mal bei den SEO-Trainees gelesen) gilt es, für sich zu gewinnen, damit sie die eigenen Inhalte teilen und weiterverbreiten, um den viralen Effekt zu fördern. Wer die richtigen Personen mit vielen Fans anspricht und zu einer entsprechenden Handlung bringt, der kann oft durch recht geringe Mittel ein grandioses Ergebnis erzielen.
Wie man an diese Influencer kommt? Einfach mal anschreiben und nett fragen; manchmal hilft auch eine kleine Gegenleistung. Allerdings sollte der Inhalt, welcher geteilt werden soll, wirklich relevant sein. Denn keine Autorität wird schlechten Content weiterverbreiten und gerne Gefahr laufen, seinen guten Ruf auf´s Spiel zu setzen. Es sollte im Vorfeld auf jeden Fall ein „Beziehung“ aufgebaut und echtes Interesse gezeigt werden.
Beispiel: Es würde sich in diesem Zusammenhang etwa anbieten, den Influencer zu einem bestimmten Thema zu interviewen; dies bietet nicht nur interessanten Mehrwert für die eigenen Fans, sondern auch die Möglichkeit für den Influencer, dieses Interview zu verbreiten und sogar zu verlinken. Ich habe diese Methode schon des Öfteren eingesetzt und erhebliche Besucher damit erreichen und gewinnen können. Denkbar wäre eine ganze Serie an Interviews, um mehr Influencer mit einzubinden und zusätzliche interessante Meinungen zu erhalten.
4.) Newsletter-Listen geschickt einsetzen
Ein gute Newsletter-Liste ist generell im Online-Marketing sehr wertvoll und kann auch sehr gut dabei helfen, neue Facebook-Fans zu generieren. Nicht immer sind die Abonnenten eines Newsletters auch schon Fans auf der zugehörigen Facebook-Fanpage, können aber durch eine geeignete E-Mail leicht dazu gemacht werden.
Und diese „neuen“ Fans sind in der Regel auch wirklich „gute“ Fans, da sie ja schon Interesse gezeigt haben und auch oft dazu bereit sind, Inhalte zu liken und zu teilen (sharen). Umgekehrt ist es übrigens genauso sinnvoll, auf der Facebook-Seite die Möglichkeit anzubieten, sich für den E-Mail-Newsletter zu registrieren, um einfach noch mehr Optionen zu haben, um mit seinen Fans zu kommunizieren.
5.) Gewinnspiele veranstalten
Gerade für Blogger sind Gewinnspiele eine nach wie vor beliebte Möglichkeit, um die Reichweite zu erhöhen und auch neue Facebook-Fans zu gewinnen. Normalerweise werden Preise oder Gutscheine verlost, wobei eine Teilnahme etwa durch Blogartikel bzw. Gewinnspielbeiträge möglich ist oder auch durch Kommentare im Blog und Facebook-Likes (oder auch -Shares).
Als Gewinn werden dann beispielsweise gerne Amazon-Gutschein-Codes verschickt, die sich hervorragend eignen, da im Prinzip jeder etwas aus diesem gigantischen Online Shop gebrauchen kann – und das sicher auch trotz der neuesten teilweise recht ernüchternden Ereignisse der neuesten Zeit um Amazon.
Gewinnspiele können nicht nur Blogger durchführen, sondern selbstverständlich auch Betreiber großer Internetportale. Geschickterweise werden dabei wiederum Blogger als Multiplikatoren eingesetzt, die dafür sorgen, dass man die gewünschte Aufmerksamkeit in der virtuellen Welt erhält und auch mehr Facebook-Anhänger bekommt:D
6.) Facebook-Werbung schalten
Mittlerweile sollte es auch bei den meisten Facebook-Nutzern durchgedrungen sein, dass es auch möglich ist, auf Facebook-Werbung zu schalten; ähnlich wie bei Google Adwords können hier Werbeanzeigen erstellt werden, die dann an eine relevante Zielgruppe ausgeliefert werden.
Dabei sind nicht etwa ausgesuchte Keywords dafür maßgebend, dass die jeweilige Werbung eingeblendet wird, sondern bestimmte Interessen und Gruppenzugehörigkeiten. Das Tolle an Facebook ist, dass die Werbung noch zielgerichteter geschaltet werden kann – u.a. können das Geschlecht und das Alter der User bestimmt werden, welche die Anzeigen sehen sollen.
Wer schnell mehr Klicks auf seiner Facebook-Seite haben möchte, der sollte die Einstellung wählen, bei der für („Gefällt mir“)-Klicks gezahlt wird; das könnte gewissermaßen mit den CPC-Geboten bei Google Adwords verglichen werden, wobei analog sowohl automatische als auch manuelle Maximalgebote angegeben werden können.
Wem ein Branding-Effekt wichtiger ist, der sollte eher nach Impressionen bezahlen. Ich verwende übrigens tendenziell eher die erste Variante und habe damit bisher recht gute Ergebnisse erzielt.
7. Facebook-Fans einfach billig einkaufen
Auch diese Möglichkeit kann für manch einen Blogger Sinn machen: manchmal schauen potenzielle Auftraggeber (z.B. für sogenannte “Sponsored Posts” oder “Advertorials”) auch auf die Vernetzung des Bloggers in Social-Media-Netzwerken. Da kann es dann nicht schaden, wenn man ein paar hundert Fans bei Facebook und “Follower” in seiner virtuellen Gefolgschaft hat.
Die gibt es auf manchen Plattformen ganz billig zu kaufen: teilweise werden 1000 “Fans” für 5$ generiert – so wird es zumindest auf fiverr.com angeboten, was ich bis dato noch nicht ausprobiert habe, aber nicht für unrealistisch halte. Für meinen Geschmack sind allerdings “echte” Facebook-Fans lieber, weil die auch tatsächlich interagieren und Inhalte weiterverbreiten;)
So, das waren meine 7 Tipps zu dem Thema, und sie sollten langfristig auf jeden Fall dafür sorgen, um mehr Facebook-Fans zu erhalten. Wer noch weitere gute Ratschläge parat hat, der möge sie bitte hier unten in den Kommentaren veröffentlichen und das Wissen teilen – vielen Dank!




Bei der Verwendung des Facebook-Logos sollte man sich generell erst einmal die Seite http://www.facebook.com/brandpermissions/logos.php genauer ansehen. Nicht immer ist die Verwendung des Logos von Facebook gestattet. In einigen Fällen kommt man nicht daran vorbei, eine Genehmigung anzufordern. Leider kann dieses Verfahren einige Zeit in Anspruch nehmen. Wer sich nicht sicher ist, ob er das Facebook-Logo verwenden darf oder nicht, sollte auf Nummer sicher gehen und entweder sich anwaltlich beraten lassen oder einfach das Genehmigungsverfahren in die Wege leiten.
Hi Mel,
ich kann mir jetzt zwar nicht vorstellen, dass es drastische Konsequenzen von Seiten Facebooks gibt, wenn man quasi Werbung für diese “soziale Plattform” macht, ohne dass man die Verwendung vorher genehmigt hat…aber Konkreteres weiß ich dazu leider auch nicht…
Ich kann es mir eigentlich auch nicht vorstellen, dass Facebook gegen die Verwendung des Logos vehement vorgeht, sofern das Logo nicht auf pornografischen oder gewaltverherrlichenden Webseiten eingebunden wird. Facebook lebt ja gerade davon, dass das einprägsame Facebook-Symbol in die Welt (sowohl virtuell als auch real) hinausgetragen wird.
Zum Thema Facebook-Marketing wollte ich noch sagen, dass man durchaus auch mal die Facebook-Fanpage anlinken kann – auch mit härteren Keyword-Verlinkungen. Das stärkt in der Regel die entsprechende Facebook-Unterseite sowie die Links, die sich auf dieser Unterseite befinden. Auch kann man durch sinnvolle Verlinkungen für mehr Traffic auf der Facebook-Fanpage sorgen, was idealerweise wieder zu mehr Fans, Likes und Shares führt.
Hallo John, vielen Dank für die Erwähnung meines Artikels!
Hi Sandra,
ist doch Ehrensache:) Hat halt gut gepasst, und ich hatte ja ähnliche Betrachtungen in Bezug auf Facebook angestellt, wobei ich eben die Bezeichnung “Influencer” so noch nicht kannte; evtl. sind das “Meinungsführer” oder halt einfach “Autoritäten” auf einem bestimmen Gebiet, die viel Vertrauen besitzen wegen ihrer Expertise
@Mel: ja, stimmt. Das ist auf jeden Fall als zusätzliche Maßnahme super und führt sicher auch über Google dann zu mehr Besuchern und mehr Fans für die Facebook-Seite; im Idealfall rankt dann die Facebook-Fanpage auch zu den wichtigen Keywords, die man mit seinem Projekt besetzen möchte:D
Hallo John,
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eine sehr ausführliche Übersicht hast du hier zusammengestellt und ich unterstütze deine Tipps mit “Ja”. Die gelten allesamt. Danke übrigens für die Erwähnung einer meiner Artikel hier bei deinem Blogpost
Ich denke es ist auf jeden Fall eine Herausforderung Likes/Fans zu kriegen. Aber danke schon mal für die Tips. Gibt mir die ein oder andere neu Idee. http://www.youtube.com/my_videos?o=U
Hi Spencer,
yo, kein Ding – ich freue mich immer, wenn ich ein wenig inspirieren kann:D
@Alex: danke! und: Ehrensache;)
Nochmal zu den Influencern. Du sagst, einfach anschreiben, wenn das so einfach wäre. Wie und woran erkenne ich die Influencer überhaupt?
Hallo Juergen,
Influencer erkennst Du daran, dass sie eben viel Einfluss auf Menschen zu einem bestimmten Thema haben; das kann man etwa an den Followern auf Twitter oder an den Fans auf Facebook erkennen. Sicherlich kann man diese Zahlen auch faken, aber wenn man sich etwas intensiver mit einer Thematik beschäftigt, sollte man die “wichtigen” Leute schon finden.
Evtl. hilft es auch, sich in entsprechenden Foren zu einem Thema ein wenig umzusehen: hier tummeln sich nicht selten echte Experten, die auch hin und wieder eine URL in der Signatur hinterlassen – da ggf. einfach mal draufklicken und weiterschauen;)
Vor dem “einfach anschreiben” sollte man vielleicht – sofern vorhanden – ein paar Kommentare auf dem Blog hinterlassen (, die auch wirklich Sinn machen), Tweets retweeten oder in den E-Mail-Austausch etc. kommen und somit eine “Beziehung” aufbauen.
Ein Patentrezept gibt es da sicher nicht, aber das Internet ist ja letztlich vor allem auch ein Kommunikationsmedium – also einfach mal anfangen, aber durchaus die Schritte vorher mal überlegen;)
Tolle Tipps für mehr Facebook Fans. Vieles habe ich schon umgesetzt, aber dass man eine Genehmigung von Faceboog benötigt war mir neu. Ich denke dass dieses Thema aber auch nur für Webseiten, die sich in einer “Grauzone” befinden gedacht ist.
Hi John,
den Punkt mit dem Newsletter-Marketing kannte ich noch gar nicht. Klingt aber logisch und bei der Macht von Newslettern kann ich mir da durchaus einen einschlagenden Erfogl vorstellen. Muss ich gleich mal ausprobieren.