TV-Serie: The Wire

Neulich habe ich ein wenig über meine Lieblingsfilme philosophiert, heute möchte ich ein paar Worte über TV Serien verlieren. Dabei habe ich eine ganz spezielle Serie im Sinn, die mich wirklich begeistert hat: The Wire. Ein Freund hatte mich auf diese HBO-Produktion gebracht, die sich um die Probleme der Stadt Baltimore / Maryland in den USA dreht. Sie zeichnet sich durch eine besonders hohe Kriminalitätsrate mit ca. 300 Morden im Jahr aus; in der ersten Staffel dreht sich dabei alles um den organisierten Drogenhandel mit Drogenboss „Avon Barksdale“ an der Spitze.

The Wire überzeugt aufgrund der hohen Authentizität, da auch Laienschauspieler zum Zuge gekommen sind, die auch wirklich „aus der Szene“ stammen. Dabei ist The Wire nicht vergleichbar mit vielen anderen Serien, die nach einem klassischen Muster mit Spannungsbogen oder gar mehreren Höhepunkten während einer Episode gestrickt sind, so wie etwa „24„: gerade dadurch, dass in manchen Folgen die Handlung kaum voran kommt, wird sie auch etwas „realer“; zum Beispiel, wenn die Detectives tagelang das Drogengeschehen beobachten, ohne dass sich Großartiges ereignet.

Dabei ist es jedoch bei fast allen der 60 Episoden, die auf 5 Staffeln verteilt sind, so, dass sie im komplexen Gefüge der Geschichten ihren Sinn haben. Ich hatte nie das Gefühl, dass eine Folge „einfach nur so“ produziert wurde, damit es irgendwie weiter geht. Das ist vielleicht mit einer der Gründe, weshalb es ziemlich schwierig ist, einfach mal in The Wire hineinzuschnuppern – man sollte schon von Anfang bis Ende schauen, zumindest innerhalb einer Staffel.

Wer die Serie in Originalsprache sehen möchte, der sollte auch die Untertitel nicht vergessen: selbst US-Amerikaner hatten angeblich große Probleme, dem harten Baltimore-Slang zu folgen, weshalb sie ebenfalls Untertitel mit einblenden ließen;) Die Dialoge sind selbst in deutscher Sprache teils einsame Spitze, können aber verständlicherweise selten 1:1 übersetzt werden.

The Wire zählt laut metacritic.com zu den besten TV Serien, die jemals gedreht wurden. Ich kann dem nur beipflichten, ohne dass ich viele der direkten Konkurrenten überhaupt kenne. Bisher kam ich nur mit „Friends„, „Desperate Housewives„, „My Name is Earl“ oder „Two and a Half Man“ und einer Handvoll mehr Serien intensiver in Berührung. „Lost„, „Scrubs“ oder „Six Feet Under“ wollte ich mir auch mal genauer ansehen; mit den „Sopranos“ bin ich bisher seltsamerweise noch nicht so warm geworden.

Aber man muss ja auch nicht „auf allen Hochzeiten tanzen“; ich bin persönlich froh, dass ich über The Wire etwas mehr Zugang zur „Serien-Kultur“ gefunden habe – der Autor David Simon hat hier definitiv Serien-Geschichte geschrieben. Die erste Staffel von The Wire, kann man übrigens seit Neuestem auch in deutscher Sprache kaufen – nicht nur zu Weihnachten ein tolles Geschenk;)



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